Hagen Brauns Jugend war geprägt von Perspektivlosigkeit, Gewalt, Drogen und Beschaffungskriminalität – ein Leben, in dem Gewalt lange als legitime Lösungsstrategie erschien. 1996 eskalierte dieser Weg: Hagen Braun tötete einen Menschen und wurde wegen Mordes zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt. Eine Tat, die – wie er selbst sagt – weder gutzumachen noch zu entschuldigen ist.
In der Haft begann ein grundlegender Wandel. Unterstützt von Menschen, die an Veränderung glaubten, setzte er sich intensiv mit seinem Verhalten auseinander, übernahm Verantwortung und arbeitete konsequent an sich. Während seiner Haft absolvierte er zudem eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker.
Heute ist Hagen Braun zertifizierter Anti-Aggressivitäts-Trainer (AAT®) und in der Straffälligenhilfe aktiv. Beim Verein Opfer- und Täterhilfe e.V. Mainz arbeitet er im Fachbereich AAT® sowie in der Betreuung haftentlassener Männer. Darüber hinaus ist er freiberuflich beim Verein Gran Torino e.V. tätig, wo er sowohl in Haftanstalten als auch in Schulen und Jugendeinrichtungen Präventionsarbeit leistet.