Inhalt:
Nachdem seine Buchpremiere in einer Schlägerei endet, landet Aaron Tristen, Autor der Erfolgsreihe ‚Engel gegen Zombies‘ auf der Flucht vor seinem eigenen Erfolg in einer literarischen Selbsthilfegruppe. Während sein Verleger ihm im Nacken sitzt, ein Ork ihn verklagen will und er zu allem Überfluss auch noch in einen Bandenkrieg hineingezogen wird, verliert Tristen sich auf einem wilden Trip zwischen Wunderland und Wirklichkeit …
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Lydia Benecke analysiert „Emily Brontës gewaltige Geschichte des Hasses” („Emily Brontë’s Tremendous Story of Hate”). Dieser Untertitel der ersten Verfilmung des Werkes – ein Stummfilm aus dem Jahr 1920 – benennt die für die Handlung entscheidende Hauptemotion noch klar und ungeschönt. Spätere Interpretationen verändern die Handlung zunehmend romantisierend, wobei emotionale Abhängigkeit, egozentrische Besessenheit und Rache idealisiert werden.
Aus psychologischer Sicht werden die auf Traumatisierungen und dysfunktionalen Bewältigungsstrategien basierenden destruktiven Muster beleuchtet, die einen Kreislauf aus emotionaler und körperlicher Gewalt bedingen. Brontë beschreibt nicht nur psychologisch eindrücklich den Kreislauf der Gewalt, sondern auch die Möglichkeit, diesen basierend auf Resilienz zu beenden – ein entscheidender Aspekt, der leider auch in der aktuellen Verfilmung komplett ausgelassen wurde.
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„In zwei Tagen lernst du, deine Gene neu zu programmieren und deine Zellenergie zu maximieren.“
Solche und ähnlich haarsträubende Versprechen finden sich in den Werbeanzeigen von Wochenend-Seminaren, Coaching-Programmen und Workshops, die aus Begriffen der modernen biologischen Forschung ein lukratives Geschäftsmodell gemacht haben.
Während echte Forschung sich selbst kritisch hinterfragt, Unsicherheiten benennt und Jahre braucht, um belastbare Ergebnisse zu liefern, präsentieren Epigenetik-Coaches und Mitochondrien-Ärzt*innen einfache Lösungen für hochkomplexe Prozesse.
Die Argumentation folgt dabei häufig einem klaren Prinzip. Einzelne Studien, Begriffe und Konzepte werden aus ihrem Kontext gerissen und nach Belieben neu zusammengesetzt. Komplexe, mehrstufige biologische Prozesse werden auf eingängige Schlagworte reduziert und statistische Zusammenhänge zu scheinbar kausalen Wirkungen umgedeutet.
Der Vortrag zeigt, was hinter zentralen Begriffen wie Epigenetik, Biohacking und „Mito-Medizin“ tatsächlich steckt, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse belastbar sind und an welchen Stellen sie verkürzt, verzerrt oder schlicht falsch dargestellt werden.
Ziel ist es, die Mechanismen hinter wissenschaftlich klingenden Coaching-Angeboten sichtbar zu machen und Kriterien an die Hand zu geben, mit denen sich fundierte Forschung von gut verkauftem Unsinn unterscheiden lässt.
Inhalt:
Toxische Positivität beschreibt den gesellschaftlichen und organisationalen Druck, selbst in belastenden Situationen, Krisen oder Schmerz optimistisch bleiben zu müssen.
Der Vortrag beleuchtet das Phänomen aus psychologischer, systemischer und soziokultureller Perspektive und zeigt, wie die Abwertung negativer Emotionen zu individueller Belastung und struktureller Blindheit führen kann.
Solche Narrative verschieben Verantwortung einseitig auf das Individuum und öffnen die Tür für subtile Formen der Schuldzuschreibung.
Neben theoretischen Grundlagen bietet der Vortrag ein bisschen Selbstreflektion sowie praxisnahe Impulse für Beratung, Pädagogik und Organisationskontexte.
Inhalt:
Ist das Rot, das ich sehe, dasselbe Rot, das du siehst? Warum fühlt sich im Sommer eine Metallplatte viel heißer an als eine Holzplatte – auch wenn beide dieselbe Temperatur haben? Warum nehmen Fledermäuse Töne wahr, wo für uns alles still ist?
Eine verblüffende Entdeckungsreise durch die Physik der Sinneseindrücke geht der Frage nach: Wie hängt die Welt in unserem Kopf mit der Welt da draußen zusammen? Und was davon ist nun eigentlich die "wirkliche Wirklichkeit"?
Was wir wahrnehmen, ist nicht nur eine Konsequenz der äußeren Welt da draußen, sondern genauso sehr auch eine Konsequenz unserer Gewohnheiten, Konventionen, Kulturen.
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In diesem Jahr ist der ungewöhnlichste Gast des Wissens-Festivals der Tod persönlich:
Menschen neigen dazu, die unangenehmen Aspekte ihrer Existenz lieber auszublenden. „Der Tod” tut als Künstler in seiner Gestalt des Sensenmanns das Gegenteil: Indem er uns humorvoll durch die skurrilen Momente seines „Arbeitsalltags” führt, nimmt er Tabuthemen wie Sterben und Trauer etwas von ihrem Schrecken.
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Mein Job spielt sich oft am Rand der Gesellschaft ab – ein echter Knochenjob mit tragischen, wahren Geschichten aus den verletzlichsten Momenten des Lebens.
Doch genau daraus entstehen im Internet manchmal Fake News: Aus realen Berichten werden verfälschte Gruselgeschichten zur reinen Effekthascherei.
Ich möchte die wahre Story dahinter zeigen – und sichtbar machen, wie wichtig Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und Verantwortung im Umgang mit solchen Geschichten sind.
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Ronald Straew ist langjähriger Ermittler im Kommissariat 11 der Leipziger Kriminalpolizei. In der Realität unterscheidet sich die Arbeit der Mordkommission deutlich von den fiktiven Darstellungen in Film und Fernsehen.
Im Gespräch mit der Kriminalpsychologin Lydia Benecke gibt Straew einen lebendigen Einblick in seinen echten Arbeitsalltag und räumt mit Mythen aus Krimiserien wie „Tatort“ oder „Polizeiruf 110“ auf.
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Wir erfahren täglich von Gewaltstraftaten, vor allem von Tötungen oder Sexualstraftaten. Der Ruf forensischer Psychiater und vor allem der Gutachter in der Öffentlichkeit ist schlecht. Psycho-Gutachter stehen im Verdacht, sich in ihrer eigenen Saumseligkeit an der Nase herumführen zu lassen, alles zu glauben, was man ihnen erzählt und vor allem Straftäter zu entschuldigen und das Gericht milde stimmen zu wollen. Außerdem sorgen sie für die Freilassung hochgefährlicher Gewaltverbrecher. Im Grunde seien sie Anwälte in weißen Kitteln, nur dümmer als alle anderen.
Das große Interesse an "True Crime" bietet die Möglichkeit, hier für Aufklärung und Wissensvermittlung zu sorgen. Denn: nichts davon hat mit der Aufgabe von Psycho-Sachverständigen zu tun. Diese Gutachter sind Vermittler von Fachwissen für das Gericht. Sie sind keine Anwälte, keine Verteidiger und haben jeder Partei gegenüber absolute Neutralität zu wahren. Wer nicht neutral ist, wird wegen Befangenheit aus dem Verfahren entfernt und verliert auch seinen Anspruch auf Vergütung. Sie sind Lieferanten von Fachwissen unter Anwendung dieses Fachwissens auf einen konkreten Fall und haben darüber Auskunft zu geben. Ggf. können sie auf ihre Gutachten hin vereidigt werden.
Dr. Nahlah Saimeh ist seit 26 Jahren forensische Psychiaterin und Gutachterin und gibt Einblicke in die Arbeitswelt und das Tätigkeitsfeld von Gutachtern in Strafverfahren und stellt sich den Fragen des Auditoriums.
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„Sei still, wenn Erwachsene reden“ – solche Sätze zeigen, wie tief Adultismus in unserem Alltag steckt. Adultismus bedeutet, dass Erwachsene Kinder weniger ernst nehmen und ihnen oft das Recht auf eigene Meinung oder Entscheidung absprechen. Dabei entsteht ein Machtgefälle, das Kinder klein hält und ihnen Selbstvertrauen nimmt.
Pädagogisch wichtig ist, Kinder als gleichwürdige Menschen zu sehen – ihre Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse zählen. Kinder und Jugendliche sind eine in Deutschland absolut vernachlässigte Gruppe und sie haben häufig weder eine Stimme noch eine Lobby. Aber nur durch gehört werden lernen Kinder, dass ihre Stimme wertvoll ist – und gleichzeitig werden so die Werte der Demokratie getragen.
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Luci van Orgs tiefdunkles Märchen "Kind" ist nichts für Kinder. Denn "Kind" erzählt vom Grauen. Vom Grauen, das geschieht, wenn wir die Angst, den Schmerz und die Wut des Kindes in uns selbst zu unterdrücken versuchen. So, wie es viel zu viele Frauen tun. Überall. Weil es so üblich ist.
Und von der ungeheuren Zerstörungskraft, die entsteht, wenn wir erwarten, dass immer nur andere sich um das Kind in uns kümmern, es nähren, es trösten, ihm Geborgenheit geben. So, wie es viel zu viele Männer tun. Überall. Weil es so üblich ist. Weswegen "Kind" davon erzählt, wie die Liebe stirbt. Zwischen uns allen. Aber vielleicht auch davon, wie die Liebe dann doch noch überlebt. Nicht überall. Aber in uns.
Dichter und Musiker ingmar. aka auf.dem.bug unterstützt die Lesung mit Songs aus seiner ganz persönlichen, cis-männlichen Perspektive - und Songs von Luci gibt es natürlich auch zu hören.
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Perfekt frisiert, im Vintage-Kleid und mit ewigem Lächeln zelebrieren sie die Rückkehr an den Herd: „Trad Wives“. Auf Plattformen wie TikTok und Instagram war und ist ihr Content omnipräsent. Doch was auf den ersten Blick wie ein harmloser Einblick in ein entschleunigtes Leben wirkt, entpuppt sich schnell als geplante, hochpolitische Inszenierung.
Zusammen werfen wir einen Blick hinter die makellose Fassade der digitalen Häuslichkeit, wie sie von Frauen wie Hannah Neeleman („Ballerina Farm“) oder Estee Williams präsentiert wird. Wir sehen uns an, woher die Bewegung kommt, wie die Sehnsucht nach der vermeintlich heilen Welt der 1950er-Jahre als Einfallstor für rechte Narrative und antifeministische Ideologien funktioniert, und welche Rolle Trad Wives in Deutschland spielen.
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Gepfählt, geköpft, festgenagelt: Immer wieder stoßen Archäologen in den unterschiedlichsten Regionen Europas auf Bestattungen, bei denen man offensichtlich eine Rückkehr der Toten verhindern wollte.
Waren die Verstorbenen eine Bedrohung für die Welt der Lebenden, handelte es sich um Wiedergänger, Vampire, Seuchenopfer oder einfach nur gefährliche Außenseiter? Oder steckt vielleicht etwas völlig anderes hinter den gruseligen Sonderbestattungen?
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„Habe München am 1. Mai, abends um 8 Uhr 35, verlassen. Ankunft in Wien früh am nächsten Tag.” – Mit diesem Tagebucheintrag von Jonathan Harker beginnt Bram Stokers „Dracula"-Roman aus dem Jahr 1897. Und nur wenige wissen, dass der junge Anwaltsgehilfe bereits in der Walpurgisnacht am 30. April eine unheimliche Begegnung mit einer weiblichen Blutsaugerin in der bayerischen Landeshauptstadt hatte.
Bernd Harder beleuchtet die Hintergründe dieser kaum bekannten literarische Episode, die erst 1914 unter dem Titel „Draculas Gast” veröffentlicht wurde.
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Lydia Benecke interessiert sich seit ihrer Kindheit für Vampirerzählungen, insbesondere für jene aus ihrem Geburtsland Polen. Nachdem sie im letzten Jahr den Mythen rund um die „Zmora“ auf den Grund gegangen ist, widmet sie sich in ihrem diesjährigen Vortrag weiteren fantastischen Wesen der slawischen Mythologie.
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In seinem Vortrag widmet sich der durch seinen YouTube-Kanal „Geschichtsfenster“ bekannte Geschichtsvermittler Andrej Pfeiffer-Perkuhn dem komplexen Thema der Hexenverfolgung. Mit ihm gehen wir auf eine realistische Zeitreise, wobei Andrej mit hartnäckigen Mythen und Fehlvorstellungen aufräumt.
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In ihrem Vortrag geht Lydia Benecke dem Hexenglauben in ihrem Geburtsland Polen auf den Grund. Dabei beleuchtet sie sowohl die Besonderheiten der historischen Entwicklung als auch die spezifischen mythologischen Wurzeln.
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Die Hexenverfolgung fasziniert seit jeher durch die grausamen Taten und das immense Unrecht, welches ihren Opfern widerfahren ist. Doch ist dieses düstere Kapitel tatsächlich abgeschlossen? Und warum wird die Hexenverfolgung immer wieder mit Femiziden in Verbindung gebracht?
Ein besonderer Fokus dieses Vortrages soll auf der rechtlichen Einordnung der Tötung der überwiegend weiblichen Opfer liegen und der anschließenden gesellschaftlichen Aufarbeitung, insbesondere der Frage, wie durch spätere Generationen unterschiedliche Formen der Erinnerungskultur entstanden sind.
Ebenso werden Parallelen zur Gegenwart gezogen, um internationale vergleichbare gesellschaftliche Dynamiken kritisch zu reflektieren.
Inhalt:
Was macht ein „richtiger Mann“ – und was richtet dieses Bild an?
Männer sind bei Gewaltdelikten deutlich häufiger Tatverdächtige. Gleichzeitig weisen männerpolitische Fachstellen darauf hin, dass Männer nicht nur Täter, sondern zum Teil auch selbst von Gewalt betroffen sind – und andere Handlungsmöglichkeiten brauchen.
Der Vortrag beleuchtet, was unter toxischer Maskulinität verstanden wird, und fragt, wie Normen wie Dominanz, Härte, Kontrolle und die Abwertung von Schwäche nicht nur andere belasten, sondern auch Jungen und Männern selbst schaden können.
Aus psychologischer, gesellschaftlicher und präventiver Perspektive zeigt der Vortrag, warum Gewaltprävention, psychische Gesundheit und Gleichstellung zusammengehören. Popkulturelle Beispiele aus Film, Serie und digitalen Räumen machen sichtbar, wie toxische Maskulinität kulturell inszeniert wird – und wie dringend alternative Bilder von Männlichkeit gebraucht werden.
Die erste Regel dieses Vortrags: „Wir reden über den Vortrag“.
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Lydia Benecke gibt Einblicke in die psychologische Ursachenforschung von Tötungsdelikten und deren Bedeutung für die Prävention. Dabei lässt die Kriminalpsychologin sowohl aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse als auch ihre fundierte Praxiserfahrung aus der Arbeit in einer JVA in ihren Vortrag einfließen.
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Hagen Braun kennt die Abgründe, von denen viele nur hören. Seine Jugend war geprägt von Perspektivlosigkeit, Gewalt, Drogen und Beschaffungskriminalität – ein Leben, in dem Gewalt lange als legitime Lösungsstrategie erschien.
1996 eskalierte dieser Weg: Hagen Braun tötete einen Menschen und wurde wegen Mordes zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt. Eine Tat, die – wie er selbst sagt – weder gutzumachen noch zu entschuldigen ist.
In der Haft begann ein grundlegender Wandel. Unterstützt von Menschen, die an Veränderung glaubten, setzte er sich intensiv mit seinem Verhalten auseinander, übernahm Verantwortung und arbeitete konsequent an sich. Während seiner Haft absolvierte er zudem eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker, in der er auch nach seiner Entlassung mehrere Jahre tätig war – bis der Wunsch stärker wurde, mit Menschen zu arbeiten, die ähnliche Wege gehen wie er einst.
Heute ist Hagen Braun zertifizierter Anti-Aggressivitäts-Trainer (AAT®) und in der Straffälligenhilfe aktiv. Beim Verein Opfer- und Täterhilfe e.V. Mainz arbeitet er im Fachbereich AAT® sowie in der Betreuung haftentlassener Männer. Darüber hinaus ist er freiberuflich beim Verein Gran Torino e.V. tätig, wo er sowohl in Haftanstalten als auch in Schulen und Jugendeinrichtungen Präventionsarbeit leistet. Aktuell befindet er sich zudem in der Weiterbildung zur Fachkraft für Täterarbeit bei häuslicher Gewalt.
Sein Ansatz ist direkt, ehrlich und unbequem: Mit seiner eigenen Geschichte konfrontiert er junge Menschen mit den Konsequenzen von Gewalt – und mit der Realität, dass es einen Punkt geben kann, an dem nichts mehr rückgängig zu machen ist.