Annika Harrison ist Lehrerin, Mutter, Podcasterin und Skeptikerin. Sie studierte Englisch und Geschichte in Siegen und verbrachte einige Zeit in England, Wales und Australien.
Seit 2023 ist sie im WTF-Kernteam und stellt im Online-Format mit Vorliebe Fragen an die Expert:innen.
In ihrer knapp bemessenen Freizeit beschäftigt sie sich vor allem mit skeptischen Themen, die ihr im Alltag begegnet sind, beispielsweise mit „Geburtengeschwurbel“, oder trifft andere skeptische Leute bei „Skeptics in the Pub Köln“ und verwandten Formaten.
Vortrag 1 – Freitag Block 1
Zwischen Bodyshaming und Body Positivity - Vom gesellschaftlichen Umgang mit Körperlichkeit
„Ey, du fette Sau! Deutsche Panzer rollen wieder, oder was?!“ – Bodyshaming ist sicher vielen Menschen ein Begriff, häufig auch aus eigener Erfahrung mit Sätzen wie diesem. Als Gegenbewegung dazu hat sich die Body Positivity-Bewegung entwickelt, die versucht ein positives und respektvolles Verhältnis zum eigenen Körper zu fördern – unabhängig von Körperform, Größe, Hautfarbe oder anderen sichtbaren Eigenschaften. Dieser Bewegung, die von Menschen mit verschiedenen Diskriminierungserfahrungen ausging, geht es also gerade nicht darum, ein bestimmtes Körperideal zu fördern oder hohes Gewicht zu glorifizieren. Sie war und ist auch weit mehr als ein Hashtag in Social Media. Doch auch bei der Idee von Body Positivity stehen Körper, ihre Eigenschaften und die Beschäftigung damit im Vordergrund. Das ist einer der Gründe für die Entstehung alternativer Ideen wie der der Body Neutrality oder Body Acceptance. Ähnlich wie bei Body Positivity sind auch hier Respekt und Würde das Ziel, man möchte sich aber vom Fokus auf das Aussehen lösen. Hier wird der eigene Körper eher als Instrument verstanden, das man akzeptieren kann, auch wenn man keine positiven Gefühle dazu aufbaut.
Das klingt nach einem guten Ziel, hinter dem jede:r stehen sollte. An den Körpern der anderen sollte sich ohne niemand stören, denn wie man im Rheinland sagt: „Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall.“ (Was dem einen gefällt, muss nicht dem anderen gefallen. / Jeder macht sein eigenes Ding.)
Dennoch geraten vor allem dick_fette Body Positivity-Verfechter:innen immer wieder ins Kreuzfeuer gesellschaftlicher Kritik. Warum ist das so? Was hat Rassismus mit Fatshaming zu tun? Welche Schritte müssten noch gegangen werden, um Körperlichkeit in der Gesellschaft wirklich neutral zu sehen? Und warum ist das überhaupt wichtig?
Antworten auf diese und andere Fragen erhaltet ihr hier.
Vortrag 2 – Samstag Block 6
Babys & Bernsteinketten - dubiose Angebote für Mütter
Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Menschen selbst Eltern werden, belächeln sie häufig den moralischen Druck, unter dem (werdende) Eltern stehen. Man möchte das Beste für den eigenen Körper und das geliebte Kind: Aber was ist „das Beste“?
Schon vor der Zeugung beginnt der Spießrutenlauf und Schwurbelangebote prasseln von überall auf die werdenden Eltern herein: Hier etwas Pulver für die weibliche Fertilität, hier einen Tee für die Manneskraft. In der Schwangerschaft selbst wird es häufig noch dubioser und gefährlicher: Nicht nur werden Eltern wirkungslose Praktiken oder Produkte wie Globuli empfohlen, es wird ihnen unter Umständen sogar von lebenswichtigen Untersuchungen abgeraten, zum Beispiel von Ultraschalluntersuchungen. Und auch mit der Geburt findet das Geschwurbel kein Ende.
Da Eltern und die, die es bald werden wollen, sich in einer besonders vulnerablen Lebensphase befinde, sind sie die ideale Zielgruppe für Scharlatane. Es ist also keine Überraschung, dass diese Zeit von einigen Eltern rückwirkend als „Einstiegsdroge“ für allerlei Schwurbel bezeichnet wird. Das Thema „Geschwurbel in der Elternschaft“ ist leider immer noch aktuell und immens wichtig, gerade weil oft auch die Kinder von den Konsequenzen betroffen sind.
Was wird hier also geschwurbelt? Und welche Produkte, Ratschläge und Untersuchungen wären wirklich sinnvoll? Das erfahrt ihr hier!