Dr. Rebecca Wismeg-Kammerlander ist Visiting Research Fellow am King’s College London, wo sie bis 2023 als Dozentin für Germanistik und European Studies lehrte. Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegen auf Konsum- und „Dingkultur“, den Health und Medical Humanities sowie österreichischer Kultur, Geschichte und Literatur. Abseits der Hörsäle und Bibliotheken arbeitet sie als Marketing Executive für eine US-amerikanische Rechtsanwaltskanzlei.
Während der Corona-Pandemie hat sie sich mit andren Skeptiker:innen vernetzt. Seitdem setzt sie sich – mit ihrem Interesse an Krankheit und Medizin und ihre Schwäche für Marken und Produktdesign stets im Auge – für Wissenschaftskommunikation, Information und offenen Diskurs ein.
Vortrag 1 – Freitag Block 1
Von Monstern und Models - Prothesen und Körpergeschichten
Generationen von Kindern waren gebannt von Captain Hook mit der glänzenden Hakenhand und der bekannte Disney-Bösewicht ist in bester Gesellschaft: Bond-Widersacher Dr. No trägt metallene Handprothesen und bei Tim Burtons Edward mit den Scherenhänden ist der Name Programm. Aber auch in neueren Filmen sind Figuren mit Prothesen zu finden. Da sieht man Bucky "Winter Soldier" Barnes (MCU), Alastor "Mad-Eye" Moody (Harry Potter) oder Gazelle (Kingsman). Auf der Leinwand sind Prothesen und ihre Träger*innen also seit Jahrzehnten Dauergäste.
Aber auch zwischen Buchdeckeln, auf Plakaten, in Social Media Feeds und auf Laufstegen sind sie keine Seltenheit mehr: Sportlerin Aimee Mullins lief für Alexander McQueen mit geschnitzten Beinprothesen über den Laufsteg, Sängerin Viktoria Modesta bewirbt mit einer von Blitzen durchzuckten Prothese einen Rolls Royce und das Artificial Limb Project postet regelmäßig kuriose Prothesen-Designs.
Das wirft Fragen auf, denen wir auf die Spur kommen wollen: Warum sind Prothesen in den Produkten unserer Kultur so sichtbar, obwohl man sie im Alltag selten wahrnimmt? Wie haben sich Prothesen und ihre Darstellungen über die Jahre gewandelt? Und welche Rolle spielen Film und Buch für die Repräsentation und Wahrnehmung von Menschen, die Prothesen tragen?
Vortrag 2 – Samstag Block 6
Selling Snake Oil - ein skeptischer Blick auf Marketing und Produktdesign
So weit das Auge reicht, Schwurbel, Schwurbel, Schwurbel. In der Apotheke stehen Homöopathika neben Medikamenten, aus dem Gemüseregal leuchtet das Demeter-Logo und im Museums-Shop glitzern Heilsteine. Warum sind solche Produkte so allgegenwärtig? Und warum kommt es immer wieder vor, dass sie auch im Warenkorb von Konsumenten landen, die eigentlich kritisch sind?
Die Antwort hat viel mit Produktdesign, Marken und der Art, wie Waren präsentiert werden, und wo sie platziert sind zu tun. Wie das funktionieren kann, erfahrt ihr hier.