Biologie ist kein Selbstbedienungsladen – Epigenetik, Biohacking und die Illusion von Evidenz



Inhalt:
In zwei Tagen lernst du, deine Gene neu zu programmieren und deine Zellenergie zu maximieren.
Solche und ähnlich haarsträubende Versprechen finden sich in den Werbeanzeigen von Wochenend-Seminaren, Coaching-Programmen und Workshops, die aus Begriffen der modernen biologischen Forschung ein lukratives Geschäftsmodell gemacht haben.

Während echte Forschung sich selbst kritisch hinterfragt, Unsicherheiten benennt und Jahre braucht, um belastbare Ergebnisse zu liefern, präsentieren Epigenetik-Coaches und Mitochondrien-Ärzt*innen einfache Lösungen für hochkomplexe Prozesse.

Die Argumentation folgt dabei häufig einem klaren Prinzip. Einzelne Studien, Begriffe und Konzepte werden aus ihrem Kontext gerissen und nach Belieben neu zusammengesetzt. Komplexe, mehrstufige biologische Prozesse werden auf eingängige Schlagworte reduziert und statistische Zusammenhänge zu scheinbar kausalen Wirkungen umgedeutet.

Der Vortrag zeigt, was hinter zentralen Begriffen wie Epigenetik, Biohacking und „Mito-Medizin“ tatsächlich steckt, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse belastbar sind und an welchen Stellen sie verkürzt, verzerrt oder schlicht falsch dargestellt werden.

Ziel ist es, die Mechanismen hinter wissenschaftlich klingenden Coaching-Angeboten sichtbar zu machen und Kriterien an die Hand zu geben, mit denen sich fundierte Forschung von gut verkauftem Unsinn unterscheiden lässt.