Inhalt:
Lydia Benecke analysiert „Emily Brontës gewaltige Geschichte des Hasses” („Emily Brontë’s Tremendous Story of Hate”). Dieser Untertitel der ersten Verfilmung des Werkes – ein Stummfilm aus dem Jahr 1920 – benennt die für die Handlung entscheidende Hauptemotion noch klar und ungeschönt. Spätere Interpretationen verändern die Handlung zunehmend romantisierend, wobei emotionale Abhängigkeit, egozentrische Besessenheit und Rache idealisiert werden.
Aus psychologischer Sicht werden die auf Traumatisierungen und dysfunktionalen Bewältigungsstrategien basierenden destruktiven Muster beleuchtet, die einen Kreislauf aus emotionaler und körperlicher Gewalt bedingen. Brontë beschreibt nicht nur psychologisch eindrücklich den Kreislauf der Gewalt, sondern auch die Möglichkeit, diesen basierend auf Resilienz zu beenden – ein entscheidender Aspekt, der leider auch in der aktuellen Verfilmung komplett ausgelassen wurde.